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Wie heute aus der Ostthüringer Zeitung zu erfahren
war, hat die Stadt Pößneck das Schützenhaus nach
über sieben Jahren zurück gekauft. Für 180.000€
war der bisherige Eigentümer, die extrem rechte Wilhelm-Tietjen-Stiftung
für Fertilisation Ltd. (Sitz in London) bereit, dieses Filetstück
im Zentrum Pößnecks zu verkaufen.
Zwar hatte besagte Stiftung die Immobilie schon
im Dezember 2003 erworben, jedoch rückte sie erst mit dem NPD-Landesparteitag
am 02. April 2005 und dem angeschlossenen RechtsRock-Konzert der
Band "Lunikoff Verschwörung" ins öffentliche
Bewusstsein. Vor mehr als 1000 Neonazis zeigte sich der Kopf der
Band Michael Regener (vorher "Landser") das letzte Mal
in Freiheit, bevor er für zwei Jahre und zehn Monate wegen
Bildung einer kriminellen Vereinigung (§ 129 StGB) in Haft
musste. Danach wurde eine Nutzung schwierig. Der im Oktober 2009
verstorbene Jürgen Rieger, der damals auch Verwalter der Tietjen-Stiftung
gewesen war, hatte ursprünglich beabsichtigt, das Gebäude
für NPD-Parteiveranstaltungen, rechte Konzerte, revisionistische
Themenabende und auch als Wohnort für Neonazi-Kameraden zu
nutzen. Jedoch gelang es der Stadt Pößneck, die meisten
Veranstaltungen zu untersagen. Am 12. September 2009 fand im Hof
der weitläufigen Immobilie das vierte "Fest der Völker"
mit weniger als 500 Besuchern statt.
"Natürlich ist es zu begrüßen,
dass die neonazistische Szene nun eine Immobilie weniger nutzen
kann. Ebenso, dass die Tietjen-Stiftung letztlich ein sattes Minus
mit dem Geschäft gemacht hat." kommentiert Stefan Heerdegen
von der Mobilen Beratung in Thüringen (MOBIT). Weiter: "Allerdings
steht der chronisch klammen Szene nun wieder eine Barschaft von
180.000€ zur Verfügung." Doch auch ohne dieses repräsentative
Domizil kann die extrem rechte Szene Thüringens für Veranstaltungen
auf Räumlichkeiten zumindest in Bad Langensalza und Kirchheim
zurück greifen. Darüber hinaus gelingt es ihr auch immer
wieder andere Räumlichkeiten anzumieten. Allerdings bleibt
die extrem rechte Szene in Pößneck und der Region vom
Verkauf des Schützenhauses unberührt. Beatrice Preiser
vom sich gerade konstituierenden Bürgerbündnis in Pößneck
erklärt: "Natürlich werden wir unsere Arbeit gegen
alle Erscheinungsformen des Rechtsextremismus fortsetzen. Diese
Notwendigkeit bleibt. Allerdings überwiegt heute die Freude,
der Szene eine wichtige Basis für ihre Aktivitäten entzogen
zu haben."
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