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Am kommenden Samstag (06.08.) soll nunmehr zum neunten
Mal das sogenannte "Rock für Deutschland", ein einschlägiges
Neonazi-Event, stattfinden. Anmelder ist Gordon Richter für
den Kreisverband der NPD in Gera. Bis heute herrscht Unklarheit
über den genauen Ort der Grosveranstaltung. Die NPD mobilisiert
zwar für den Hofwiesenparkplatz, doch aus der Stadtverwaltung
wurde inzwischen bekannt, dass die Spielwiese als Veranstaltungsort
wieder in Erwagung gezogen wird.
In diesem Jahr stellt die NPD die Veranstaltung
unter das Motto "Nie wieder Kommunismus - Freiheit für
Deutschland". Laut Website mochte man "der Opfer des Arbeiteraufstandes
vom 17. Juni 1953, der Mauertoten und der Opfer an der innerdeutschen
Grenze gedenken."
Dabei geht es ihnen nicht um ehrliches Gedenken, sondern um die
bloße Instrumentalisierung des 50. Jahrestags des Mauerbaus.
"Die Neonazis stellen sich selbst in eine Reihe mit den aufständischen
Arbeitern, indem sie sich als ähnlich unterdruckt inszenieren
und zum Befreiungskampf aufrufen" erläutert Nicole Schneider
von Mobit.
Wie schon in den Jahren zuvor spielen auch
in diesem Jahr Bands mit einer Nahe zum in Deutschland verbotenen
"Blood & Honour"-Netzwerk. "Die NPD lasst in
der Szene beliebte Bands auftreten, darunter ein Klassiker des RechtsRock
aus England sowie eine Band aus Thüringen" so Schneider.
Im Repertoire der diesjährigen Musikgruppen finden sich Titel
wie "Aryan Child" oder "White Pride, White Passion"
(Brutal Attack), "Retter Deutschlands" oder "Schlager
der Nacht" (Radikahl) und "Endsieg" (Natural Born
Haters). Sie lassen keinen Zweifel an der Gesinnung der Musiker.
Das Aktionsbündnis Gera ruft gemeinsam
mit Thüringer Bündnissen und Initiativen gegen Rechtsextremismus
sowie fast 1000 Unterstutzerinnen und Unterstutzern zum Protest
gegen das "Rock für Deutschland" auf. Geplant sind
bereits eine Demonstration am Vorabend sowie kreative Aktionsformen
am 06.08. ab 7 Uhr. Das Bündnis mochte mit diesen Aktionen
seinen Protest ausdrucken und das Neonazi-Event für dessen
Besucher unattraktiv machen.
Weiterhin finden das traditionelle ökumenische
Friedensgebet sowie eine Party gegen Rechts statt. Kundgebungsteilnehmer
sollten sich unter http://www.gera-nazifrei.com über den genauen
Ort der Gegenproteste kurzfristig informieren.
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