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mitteilungen - artikel
6. August: Das neunte "Rock für Deutschland" in Gera
02.08.2011

Am kommenden Samstag (06.08.) soll nunmehr zum neunten Mal das sogenannte "Rock für Deutschland", ein einschlägiges Neonazi-Event, stattfinden. Anmelder ist Gordon Richter für den Kreisverband der NPD in Gera. Bis heute herrscht Unklarheit über den genauen Ort der Grosveranstaltung. Die NPD mobilisiert zwar für den Hofwiesenparkplatz, doch aus der Stadtverwaltung wurde inzwischen bekannt, dass die Spielwiese als Veranstaltungsort wieder in Erwagung gezogen wird.
In diesem Jahr stellt die NPD die Veranstaltung unter das Motto "Nie wieder Kommunismus - Freiheit für Deutschland". Laut Website mochte man "der Opfer des Arbeiteraufstandes vom 17. Juni 1953, der Mauertoten und der Opfer an der innerdeutschen Grenze gedenken."
Dabei geht es ihnen nicht um ehrliches Gedenken, sondern um die bloße Instrumentalisierung des 50. Jahrestags des Mauerbaus. "Die Neonazis stellen sich selbst in eine Reihe mit den aufständischen Arbeitern, indem sie sich als ähnlich unterdruckt inszenieren und zum Befreiungskampf aufrufen" erläutert Nicole Schneider von Mobit.
Wie schon in den Jahren zuvor spielen auch in diesem Jahr Bands mit einer Nahe zum in Deutschland verbotenen "Blood & Honour"-Netzwerk. "Die NPD lasst in der Szene beliebte Bands auftreten, darunter ein Klassiker des RechtsRock aus England sowie eine Band aus Thüringen" so Schneider. Im Repertoire der diesjährigen Musikgruppen finden sich Titel wie "Aryan Child" oder "White Pride, White Passion" (Brutal Attack), "Retter Deutschlands" oder "Schlager der Nacht" (Radikahl) und "Endsieg" (Natural Born Haters). Sie lassen keinen Zweifel an der Gesinnung der Musiker.
Das Aktionsbündnis Gera ruft gemeinsam mit Thüringer Bündnissen und Initiativen gegen Rechtsextremismus sowie fast 1000 Unterstutzerinnen und Unterstutzern zum Protest gegen das "Rock für Deutschland" auf. Geplant sind bereits eine Demonstration am Vorabend sowie kreative Aktionsformen am 06.08. ab 7 Uhr. Das Bündnis mochte mit diesen Aktionen seinen Protest ausdrucken und das Neonazi-Event für dessen Besucher unattraktiv machen.
Weiterhin finden das traditionelle ökumenische Friedensgebet sowie eine Party gegen Rechts statt. Kundgebungsteilnehmer sollten sich unter http://www.gera-nazifrei.com über den genauen Ort der Gegenproteste kurzfristig informieren.