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Am gestrigen Samstag protestierten rund 250 Menschen
in Leinefelde gegen den Eichsfelder Heimattag der NPD.
Angemeldet war die Demonstration von der DGB-Jugend Thüringen.
Namenhafte Unterstützung erhielten sie unter andern von der
Sozialministerin Heike Taubert (SPD). Mitglieder aller Parteien
demonstrierten den Konsens der Demokraten gegen die antidemokratische
NPD. Auch die Vertreter großen christlichen Kirchen, der jüdischen
Gemeinde aus Nordhausen und Engagierte anderer Bündnisse gegen
Rechtsextremismus nahmen am Protestzug teil, der in ein Fest für
Demokratie mit Reden und Musik mündete.
Für die Mobile Beratung in Thüringen (MOBIT) belegt der
Eichsfelder Heimattag einmal mehr, dass Thüringen
das Festivalland der RechtsRockszene ist und die thüringische
NPD seit nunmehr zehn Jahren auf Kundgebungen mit Konzert-Charakter
setzt. Es ist erfreulich, dass auch gestern die Solidarität
unter den demokratischen Kräften in ganz Thüringen zu
erleben war., so Stefan Heerdegen (MOBIT). Diese Groß-Events
haben eine thüringenweite Bedeutung und können überall
in Thüringen stattfinden. Eine starke Vernetzung und Unterstützung
der zivilgesellschaftlichen Kräfte untereinander ist daher
wichtig!
Der Anlass der gestrigen zivilgesellschaftlichen Aktivitäten
war der von dem NPD-Bundesvorstandsmitglied, langjährigen Neonazi-Aktivisten
und RechtsRock-Produzenten Thorsten Heise veranstaltete Eichsfelder
Heimattag. Die Teilnehmerzahlen blieben überdeutlich
hinter den angemeldeten 1500 zurück. Das nachmittägliche
Familienfest besuchten nur etwa 100 Rechtsextreme. Erst zu den Auftritten
der Bands ab ca. 18 Uhr war die Zahl der Teilnehmer auf ca. 300
gestiegen. Die Stimmung war bei den in der Szene durchaus populären
Gruppen WORDS OF ANGER und OIDOXIE recht verhalten. Selbst neonazistische
Klassiker wie Alter Mann von Spandau (Rudolf
Hess) und Ruhm und Ehre der Wehrmacht vermochten keine
rechte Partystimmung zu erzeugen.
Dem Sänger der Band LUNIKOFF-VERSCHWÖRUNG, dem wegen Bildung
einer kriminellen Vereinigung vorbestraften Michael Regener (Kopf
der ehem. Band LANDSER) war der Auftritt verboten worden. Dieser
war dennoch anwesend und verfolgte das Konzert seiner Bandkollegen,
unterstützt von den anderen Bands, aus dem Publikum. Bekannte
Titel der LUNIKOFF-VERSCHWÖRUNG wurden mit anderem Sänger
dennoch gespielt.
Obwohl dieser Eichsfelder Heimattag der NPD als nicht
sonderlich gelungen bezeichnet werden muss, ist dennoch zu befürchten,
dass er im nächsten Jahr wieder angemeldet wird. Seit 2007
hat es in Thüringen immer mindestens drei dieser Neonazi-Open-Airs
in Thüringen gegeben. Es kann heute nicht ausgeschlossen werden,
dass Heise diese Veranstaltung im Eichsfeld etablieren möchte.
Allerdings hat die regionale Zivilgesellschaft nun erst einmal die
Chance auf rechtsextreme Aktivitäten nicht nur zu reagieren,
sondern zu agieren.
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