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Am gestrigen Samstag, dem 05.11.2011, fand in der
zum Hotel Romantischer Fachwerkhof gehörigen Erlebnisscheune
eine extrem rechte Saalveranstaltung unter dem Motto Aufbruch
in die Zukunft mit Gästen aus dem gesamten Bundesgebiet
statt. Veranstaltet wurde die Versammlung von der Jugendorganisation
der NPD Junge Nationaldemokraten (JN). Als Redner waren Holger Apfel
(Landesvorsitzender der NPD in Sachsen), Udo Pastörs (Landesvorsitzender
der NPD in Mecklenburg-Vorpommern), Wolfram Nahrath (ehem. Vorsitzender
der Wiking Jugend), Michael Schäfer (JN-Bundesvorsitzender)
und sein Stellvertreter Andy Knape angekündigt.
Apfel, Pastörs und Schäfer streben derzeit einen Führungswechsel
in der Bundespartei hin zum Vorsitz Apfels an. Sie kritisieren den
Führungsstil des derzeitigen Bundesvorsitzenden Udo Voigt als
zu wenig bürgernah und mit zu offensichtlicher Nähe zum
Neonazismus. Überraschend nahm auch Voigt und die ihm bisher
loyalen thüringischen NPD-Funktionäre Patrick Wieschke
(stellv. Landesvorsitzender der NPD), Tobias Kammler, Patrick Weber
(beide NPD-Landesvorstand) sowie Karsten Höhn (NPD-Eisenach)
teil. Voigt reiste jedoch bereits nach ca. einer Stunde wieder ab.
Das Spektrum der Teilnehmenden indes bewies, dass es sich beim propagierten
bürgernahen, biederen Auftreten ohne öffentliche Verharmlosung
und Rechtfertigung des historischen Nationalsozialismus tatsächlich
nur um eine Korrektur in der Außendarstellung handelt. Gesehen
wurden einerseits Personen aus dem Umfeld der verbotenen neonazistischen
Heimattreuen Deutschen Jugend (HDJ). Andererseits wurden Autonome
Nationalisten, eine Strömung innerhalb der extremen Rechten,
die durch eine nationalrevolutionäre Haltung und Militanz gekennzeichnet
ist, mit routiniertem Handschlag begrüßt.
Ca. 40 Engagierte aus dem örtlichen zivilgesellschaftlichen
Bürgerbündnis protestierten mit Unterstützung des
Weimarer Bündnisses gegen rechts gegen die Veranstaltung mit
Bannern, Plakaten und einer Demonstration an der Erlebnisscheune
vorbei. Seit drei Jahren veranstalten extrem rechte Kreise im Ort
Kirchheim mindestens einen jährlichen NPD-Landesparteitag sowie
diverse Veranstaltungen und Konzerte.
Der Ärger über die Buchungspanne des Bundeskriminalamtes
bzw. des Bundesverwaltungsamts spielte in Gesprächen noch einmal
eine große Rolle. Die Aktiven sehen ihr Engagement, diesen
Neonazi-Treff unattraktiv zu machen, durch die Einmietung der BKA-Personenschützer
beim Papstbesuch mit Füssen getreten. Die Mobile Beratung in
Thüringen (MOBIT) fordert daher die Verantwortlichen dringend
auf, solchen Unachtsamkeiten mit umfassenden Schulungen der entsprechenden
Ämter und Behörden zu begegnen. Immerhin belegen die Immobilienverkäufe
an die extrem rechte Szene in Pößneck (2003) und Guthmannshausen
(2011), dass derlei Pannen keine Einzelfälle sind.
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